Insulinpumpen-Entwicklung

Vor 1980 begann aus der Idee Insulin kontinuierlich zu geben die Entwicklung kleiner tragbarer Insulinpumpen. Das erste Modell mit dem ich während meiner Klinikzeit gearbeit habe war ein Nordisk-Infusor. Wir haben es benutzt um bei schmerzhaften Neuropathien den Stoffwechsel normal zu halten. Es gab eine Basalrate, keinen Komfort.

Insulinpumpen haben ein Reservoir mit meist 3ml Insulinkartuschen, die mit schnellwirkendem Insulin,  meist mit Analoginsulin befüllt werden. Ein Präzisionsmotor gibt alle 3 Min eine kleine Menge Insulin über einen Katheter in das subcutane Fettgewebe ab. Die Menge kann alle 30-60 min. variiert werden, so das eine individuelle Basisinjektion als Basalrate eingestellt werden kann. diese Basalrate kann für besondere Bedingungen wie Sport reduziert oder bei Infektionen gesteigert werden (flexible Basalratensteuerung). Moderne Insulipumpen haben 3-7 programmierte Basalraten für verschiedene Situationen und Lebensweisen.

Wenn mann zu den Mahlzeiten zusätzlich Insulin benötigt, kann per Knopfdruck oder mit Fernbedienung ohne Spritze die gewünschte Menge injiziert werden.

Für besonderes Essen sind auch verzögerte Boli bis 12 Stunden, auch kombinierte Bolieinstellungen möglich und sinnvoll. Dies ist besonders bei reichhaltigem Essen mit Eiweiß und Fett zur Berücksichtigung der Fett-Protein-Einheiten, FPEs, gut benutzbar.

Weiterlesen …

Pumpen Grundlagen

Alle heute gebräuchlichen Insulinpumpen geben aus einen Reservoir (180-300E) kontinuierlich schnelles Insulin, meist Analog-Insulin in kleinen Inpulsen alle 3 Min. ab. die Rate wird angepasst und für jede Stunde einprogrammiert.

Man nennt dies die Basalrate. Bei heutigen Pumpen können mehrere Basalraten, z. B. für den Alltag, fürs Wochenende, für Sporttage mit reduzierter oder gesteigerter Dosis benutzt werden.

Die Mahlzeitendosis wird per Knopfdruck oder Fernbedienung als Bolus abgegeben. Man kann verschieden Bolusvorgaben einstellen, wie Sofort-Bolus, verzögerter Bolus oder als Kombibolus für spezielle Indikationen.

Für die Pumpe gibt es viele Tragemöglichkeiten. Die meisten Modelle werden mit einen kurzem Schlauch (Katheder) mit 60-100cm Länge mit einer Nadel verbunden. Die Nadeln werden 2-3- Tage getragen und machen selten Probleme.Eine Pumpe, der Omnipod hat keinen Katheter, er legt die Nadel automatisch.

Am Anfang bestehen Bedenken, ob man sich das System zufällig abreißen oder daran hängenbleiben kann, dies passiert jedoch selten. die meisten Pumpenträger kommen mit deser Therapieart sehr gut zurecht. Es passiert gelegentlich, das jemand wieder zurück zur Penbehandlung dauerhaft wechselt. Pumpenpausen, z.B. beim Strandurlaub sind immer möglich und auch der Schulungen. 

Einige Modelle arbeiten zusammen mit kontinuierlichen Glukosemess-Systemen.

  • Die Medtronic -Pumpen  mit dem Enlite-CGM von Medtronic,
  • Die Animas-Pumpen mit dem Dexcom-Systemen.
  • Roches Inside Pumpe wird wahrscheinlich mit dem Eversense-Systemen in Zukunft zusammen arbeiten.

Dies ermöglicht die zZ genauest mögliche Blutzuckereinstellung, allerdings mit hohem technischem Aufwand.

Weiterlesen …

Indikation zur Pumpe

Für wen ist eine Insulinpumpe geeignet?

Die insulinpumpentherapie ist teuer und technisch aufwendig und wird von Krankenkassen nach Stellung eines individuellen Antrag genehmigt bei folgenden Indikationen für Typ-1-Diabetiker

  • bei Kindern (fast Standart)
  • vor und währen einer Schwangerschaft
  • bei ausgeprägtem Morgenannstieg der BZ-Werte (Dawn-Phänomen)
  • Bei ausgepräger Hypoglykämieneigung
  • bei ausgeprägter sportlichen Tätigkeiten
  • ....

aus beruflichen Gründen

  • täglich wechselnden Arbeitsplätzen
  • beruflichen Autofahren
  • Schichtarbeit, bes. mit Nachtdiensten
  • ....

Weitere Vorraussetzungen für die Genehmigung sind

  • eine zuverlässige, ergelmäßige Selbstkontrolle. es müssen für 3 Monate lang die Bz-Werte und die Insulindosen vergelegt werden.
  • eine kürzliche durch geführte ICT-Schulung.
  • eine Insulinpumpenschulung sollte begonnen sein.

Bei den meisten Kassen und deren angegliederten MDK, dem Medizinischen Dienst der Krankenkasse, ist das Zulassungsverfahren nicht immer objektiv nachvollziehbar. So werden von den Kassen eine 3-monatige überkorrekte Führung eines Diabetikertagebuchs verlangt. Wenn darin Etwas fehlt wird der Antrag aus formalen Gründen abgelehnt.  Diabetikertagebücher werden heutzutage im digitalen Zeitalter von jungen Menschen selten geführt.

Mit der Barmer-GEK haben wir einen Sondervertrag.  Als Diabetologikum DDG mit hohen diabetesspezifischen Qualitätsstandarts gibt es ein vereinfachtes Antragverfahren. Es genügt ein Rezept, wenn wir die Indikation zu einer Pumpembehandlung gestellt haben.

 

Weiterlesen …